Eine Stunde für Schmetterlinge

11.09.2026

In Thailand hatte ich in diesem Sommer während einer Tour die Möglichkeit, Schmetterlinge im Regenwald zu fotografieren. Während dieser Tour durch den Wald waren die Schmetterlinge nicht die Hauptattraktion, für mich sind sie aber letztendlich der Höhepunkt gewesen.


Eigentlich war an dieser Stelle ein relativ kurzer Stop vorgesehen. Wir stiegen aus und schauten uns um.

Ich war sofort fasziniert, sah gedanklich verschiedene Bilder vor Augen. 

Vor uns saßen in einem abgegrenzten Bereich auf dem Boden wohl hunderte Schmetterlinge unterschiedlicher Arten. Sie schienen Mineralien vom Boden aufzunehmen. Von Aras hatte ich so etwas schonmal gelesen. Auch, dass es Stellen gibt, an denen sich Schmetterlinge am Boden zusammenfinden. Damit gerechnet, dies hier so zu sehen, hatte ich nicht. 

Ich näherte mich langsam und machte die ersten Bilder. Mit jedem Bild tauchte ich tiefer in die Szenerie, suchte mir Ausschnitte, die mich ansprachen. Und doch gelang mir zunächst kein Bild, mit dem ich zufrieden war. 





Das Licht war eine Herausforderung. Der Himmel war bewölkt, die Sonne verschwand immer wieder hinter den Wolken. Kam sie hervor, brannte sie.

Es war heiß und schwül. Trotzdem hatte ich zum Schutz lange Kleidung an. Der Schweiß floss an mir herunter. So sehr ich mich über die Wolken freute, um nicht verbrannt zu werden, so freute ich mich über direktes Sonnenlicht, da es besser zu meinen Bildideen passte. 


Von Zeit zu Zeit flogen die Schmetterlinge auf, um nach kurzer Zeit zum Boden zurückzukehren. Es ist gut, dass dieser Bereich markiert war, sodass deutlich wurde, dass man ihn nicht betreten sollte. 

Immer wieder musste ich die Einstellungen der Kamera an die Lichtverhältnisse anpassen. 

Schmetterlinge sind klein und schnell. Das ständige Kommen und Gehen der Tiere machte es nicht unbedingt einfach. Die Möglichkeit, viele Bilder schnell hintereinander aufzunehmen, habe ich die ganze Zeit genutzt - und später zu Hause am PC verflucht, weil es so viele Bilder auszusortieren gab.

Nach einiger Zeit habe ich damit begonnen, die Schmetterlinge so zu fotografieren, dass der Teil der Schmetterlinge, der am Boden saß, scharf abgebildet sein sollte, die Schmetterlinge, die aufflogen, jedoch mit Bewegungsunschärfe sichtbar sein sollten. Das war leichter gedacht, als getan.

Was mich an der Situation und den Bildern fasziniert, ist nicht nur die Tatsache, dass zwei verschiedene Situationen (in Ruhe und Bewegung) in einem Bild festgehalten sind, sondern auch, dass so sowohl die Flügelunterseite als auch die -oberseite zu sehen sind, besser gesagt, die Farben davon. Bei Schmetterlingen sind Ober- und Unterseite meist unterschiedlich gefärbt, und hier ist beides auf einem Bild zu sehen. 

Die Tour ging nach für mich viel zu kurzer Zeit wieder weiter. Für die Mitreisenden war die Zeit, weiterzufahren, längst überfällig. Rund eine Stunde hatte ich die Möglichkeit, in Ruhe zu fotografieren. Die Zeit, die ich mittlerweile damit verbracht habe, an diese Momente zurückzudenken, ist schon jetzt deutlich länger. Wie schön, dort gewesen zu sein.

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